Verantwortungsvolles Spielen
Selbstschutzmassnahmen im Überblick
Wenn Sie auf dieser Website ein Spielkonto bei 1red nutzen, gilt für Sie der Grundsatz, dass Glücksspiel eine freiwillige Freizeitbeschäftigung bleibt und nicht zur Belastung werden darf. Dieses Dokument legt fest, welche Regeln für Ihr Spielverhalten gelten, welche Werkzeuge Ihnen zur Verfügung stehen und wie Sie Unterstützung erhalten, wenn die Kontrolle schwierig wird.
Warnzeichen erkennen
Bestimmte Verhaltensmuster deuten darauf hin, dass das Spielen problematisch wird. Wer eines oder mehrere dieser Anzeichen bei sich feststellt, sollte nicht zögern, Gegenmassnahmen zu ergreifen.
- Frustration nach Verlusten mit dem Drang, sofort weiterzuspielen
- heimliches Spielen gegenüber Partner, Familie oder Freunden
- deutlich mehr Zeit auf Glücksspielseiten oder in Spielangeboten als ursprünglich geplant
- wiederholte Überschreitung selbst gesetzter Limits
- Belastung von Arbeit, Studium oder Familienleben durch das Spielen
- Geldleihe oder Verschiebung von Rechnungen wegen Spielausgaben
Treten diese Muster wiederholt auf, ist eine Beratung oder eine formelle Sperre eine sinnvolle nächste Massnahme. Je früher eine solche Entscheidung fällt, desto eher lassen sich finanzielle und soziale Folgen begrenzen.
Einfache Grundsätze für verantwortungsvolles Spielen
Die folgenden Regeln bilden das Fundament eines kontrollierten Spielverhaltens. Sie sind bewusst einfach gehalten und lassen sich im Alltag ohne grossen Aufwand umsetzen.
- Verwenden Sie nur frei verfügbares Geld, das nicht für Miete, Rechnungen oder Rücklagen vorgesehen ist.
- Legen Sie vorab ein festes Budget fest und halten Sie sich daran, unabhängig vom Spielverlauf.
- Versuchen Sie nicht, verlorenes Geld sofort zurückzugewinnen, denn solche Versuche führen typischerweise zu weiteren Verlusten.
- Machen Sie regelmässige Pausen, um Abstand zum Spielgeschehen zu gewinnen.
- Bestimmen Sie eine klare Spieldauer und beenden Sie die Sitzung, wenn diese Zeit abgelaufen ist.
- Akzeptieren Sie Verluste als Teil des Spiels, denn sie sind bei Glücksspielen unvermeidbar.
Pausen, Limits und Sperren
Wer merkt, dass Grenzen schwer einzuhalten sind, kann auf zusätzliche Schutzmassnahmen zurückgreifen. Dazu gehören bewusste Spielpausen, Einzahlungs- oder Zeitlimits sowie formelle Sperren, wenn die Kontrolle nicht mehr zuverlässig gelingt. Diese Instrumente greifen ineinander und lassen sich je nach Bedarf kombinieren.
Eine zeitweise Unterbrechung kann hilfreich sein, um Spielmuster mit mehr Abstand zu beurteilen. Wer eine Pause einlegt, sieht oft klarer, welche Rolle das Spielen tatsächlich im eigenen Alltag spielt und ob die gesetzten Erwartungen realistisch waren.
Einzahlungs-, Verlust- und Zeitlimits als Werkzeuge
Einzahlungslimits begrenzen den Betrag, der innerhalb eines bestimmten Zeitraums auf das Spielkonto geladen werden kann. Verlustlimits setzen eine Obergrenze für Verluste in einer Periode, während Sitzungslimits die Spieldauer beschränken. Diese Werkzeuge wirken vorbeugend: Sie verhindern, dass in einem schwachen Moment Entscheidungen getroffen werden, die später bereut werden. Ein Limit ist dann sinnvoll gewählt, wenn es dem eigenen Budget entspricht und nicht nachträglich erhöht wird.
Was eine Selbstsperre bedeutet
Eine formelle Sperre verhindert den Zugang zum Spielkonto für eine festgelegte Dauer. Sie hebt die vorherigen Limits nicht auf, sondern ergänzt sie durch einen vollständigen Zugangsstopp. Eine Sperre rückgängig zu machen ist bewusst aufwendig gestaltet, damit keine spontane Entscheidung im Affekt dazu führt. Was eine Sperre nicht leistet: Sie löscht keine bereits getätigten Verluste und sie hebt keine bestehenden Schulden auf. Sie verschafft aber den nötigen Abstand, um eine Situation grundlegend neu zu bewerten.
Jugendschutz
Minderjährige dürfen weder ein eigenes Spielkonto besitzen noch über Erwachsene an Glücksspielen teilnehmen. Der Schutz beginnt im persönlichen Umfeld: Offene Gespräche über die Risiken des Glücksspiels sind genauso wichtig wie technische Vorkehrungen.
Wer zuhause spielt, sollte dafür sorgen, dass Konten, Karten und Geräte für Minderjährige nicht erreichbar sind. Dazu gehören gesperrte Zugänge zu Spielgeräten, die Aufbewahrung von Zahlungsmitteln an einem sicheren Ort und die Nutzung von Kindersicherungen auf Computern und Mobiltelefonen. Auch die Weitergabe von Zugangsdaten an Minderjährige ist ausdrücklich untersagt. Eltern und Erziehungsberechtigte tragen die Verantwortung dafür, dass Kinder weder direkt noch indirekt am Spielgeschehen teilnehmen können.
Unterstützung für Angehörige
Wer bei einem Familienmitglied oder Freund Anzeichen von problematischem Spielverhalten beobachtet, steht vor einer schwierigen Situation. Ein offenes, vorwurfsfreies Gespräch ist der erste Schritt. Dabei sollte es nicht um Schuldzuweisungen gehen, sondern um die Frage, welche Hilfe die betroffene Person tatsächlich annehmen kann.
Angehörige können auf die bestehenden Schutzmassnahmen hinweisen und bei der Kontaktaufnahme mit einer Fachstelle begleiten. Sie können auch eigene Grenzen setzen, etwa keine finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen, die dem Spielen dienen könnten. Wichtig ist, dass sich Angehörige nicht in eine Rolle drängen lassen, in der sie die Folgen des Spielens dauerhaft auffangen müssen. Auch für sie gibt es Beratungsangebote, die Orientierung im Umgang mit der Situation bieten.
Hilfe und Information in der Schweiz
In der Schweiz stehen fachliche und offizielle Stellen zur Verfügung, wenn Unterstützung oder weiterführende Informationen benötigt werden. Bei akuten Schwierigkeiten kann es sinnvoll sein, zunächst eine Pause einzulegen und sich anschliessend an eine geeignete Fachstelle oder ein offizielles Informationsangebot in der Schweiz zu wenden.
ESBK: Sozialschutz erklärt Schutzmassnahmen im regulierten Schweizer Spielbereich. SOS Spielsucht – Was tun bei Spielsucht? bietet Orientierung für Betroffene und ihr Umfeld. ESBK: Spielsperre informiert über Sperren und deren Bedeutung im Schweizer System.
Diese Hinweise ersetzen keine persönliche Beratung, können aber den ersten Schritt erleichtern. Wer eine Beratung in Anspruch nimmt, erhält eine Einschätzung der eigenen Situation und konkrete Empfehlungen für das weitere Vorgehen. Die Kontaktaufnahme mit einer Fachstelle ist vertraulich und verpflichtet zu nichts.